Ausgangspunkt: Ein Energieversorger, ein Stadtwerk oder ein Industrieunternehmen benötigt nicht „irgendwann Strom“, sondern zu jeder Viertelstunde eine bestimmte elektrische Arbeit. Beschaffung bedeutet daher nicht nur, eine möglichst günstige Kilowattstunde einzukaufen. Beschaffung verbindet Preislogik, Mengenprognose, Lieferprofil, Bilanzkreisverantwortung, Absicherung, Liquidität, Kreditrisiko und operative Fahrplanqualität.
Day-Ahead, Intraday, Terminmarkt und PPAs liefern Preissignale und handelbare Produkte.
Strom muss zeitgleich eingespeist und entnommen werden. Abweichungen werden über Bilanzkreis- und Ausgleichsenergiesysteme abgerechnet.
Beschaffung ist die kontrollierte Umwandlung unsicherer zukünftiger Last in planbare Kosten, Margen und Risiken.
Leitfrage dieser Unit
Wie wird aus unsicherem zukünftigen Strombedarf eine belastbare Beschaffungsentscheidung? Die App beantwortet diese Frage über ein abgestuftes Modell: Zeitlogik, Produktlogik, Bilanzkreislogik, Portfoliologik und Risikologik.
Lernziele
- Sie unterscheiden Spotmarkt, Terminmarkt, PPA, Fahrplan, Bilanzkreis und Ausgleichsenergie begrifflich und funktional.
- Sie analysieren, warum Beschaffung immer zeitprofilabhängig ist und warum Durchschnittspreise allein nicht ausreichen.
- Sie berechnen vereinfachte Beschaffungskosten, Margen und Risikowirkungen aus Marktpreis, Hedge-Anteil, PPA-Anteil und offener Position.
- Sie erklären, warum ein Bilanzkreis wirtschaftlich, regulatorisch und systemtechnisch die Verbindung zwischen Handel und Netzphysik herstellt.
- Sie entwickeln Plausibilität für Größenordnungen: MWh, GWh, TWh, €/MWh, Lastprofil, Forecast-Fehler und Preisrisiko.