Diese Unit erklärt, warum Strommärkte ohne Netz- und Systemlogik unvollständig verstanden werden. Der Markt sortiert Angebote nach Preis. Das Netz entscheidet, ob die physikalische Lieferung zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort technisch möglich ist. Zwischen beiden Ebenen entsteht einer der zentralen Zielkonflikte der Energiewende.
Studierende kennen Strompreis, Stromausfall und Netzausbau aus Alltag und Medien. Der fachliche Einstieg lautet: Warum reicht es nicht, genug Strom zu erzeugen?
Das Stromsystem muss zu jedem Zeitpunkt Leistungsgleichgewicht, Frequenz, Spannung, Netzbelastung, Schutztechnik, Fahrpläne und Reserveprozesse beherrschen.
Die Simulationen zeigen Lastfluss, Engpass, Redispatch, Regelenergie und Investitionsentscheidungen. So wird Systemverantwortung als operative und ökonomische Aufgabe sichtbar.
🎯 Fachliche Lernziele
- Sie unterscheiden Marktgleichgewicht, Leistungsbilanz und räumlichen Lastfluss als drei verschiedene Analyseebenen.
- Sie erklären die Aufgaben von Übertragungsnetzbetreibern und Verteilnetzbetreibern aus Systemstabilität, Netzbetrieb, Anschluss, Engpassmanagement und Datenprozessen.
- Sie berechnen in einem vereinfachten Zwei-Zonen-Modell, wann ein Übertragungsengpass entsteht und wie Redispatch den Lastfluss reduziert.
- Sie unterscheiden Redispatch von Regelenergie: Redispatch löst räumliche Netzengpässe, Regelenergie gleicht zeitliche Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch aus.
- Sie bewerten Netzausbau, Speicher, Lastflexibilität, Erzeugungsstandort und Abregelung als alternative oder ergänzende Systemmaßnahmen.