Diese Unit erklärt Speicher, Flexibilität und Sektorenkopplung nicht als Einzeltechnologien, sondern als gekoppelte Systemfunktionen eines zunehmend erneuerbaren Energiesystems. Die Leitfrage lautet: Welche zeitlichen, räumlichen und sektoralen Verschiebungen braucht ein Stromsystem, wenn Wind- und Solarstrom nicht nach Lastfahrplan erzeugen?
Ein Smartphone-Akku löst ein Zeitproblem: Energie wird aufgenommen, wenn eine Steckdose verfügbar ist, und später genutzt. Im Energiesystem ist die Logik ähnlich, aber die Skalen reichen von kWh bis TWh.
Flexibilität ist nicht nur „mehr Batterie“. Sie umfasst Speicher, regelbare Erzeugung, steuerbare Lasten, Netze, Märkte, Wärmespeicher, Elektrolyse, E-Mobilität und Verbrauchsreduktion.
Die Simulation zeigt, wann Überschuss entsteht, wann Backup benötigt wird, wie Speicher helfen und warum Sektorenkopplung zugleich Lösung und zusätzlicher Strombedarf ist.
🎯 Fachliche Lernziele
- Sie unterscheiden Leistung in MW von Energie in MWh und erläutern, warum beide Größen für Speicherentscheidungen untrennbar sind.
- Sie erklären Flexibilitätsbedarf aus Residuallast, Prognosefehlern, Netzengpässen, saisonalen Mustern und zunehmender Elektrifizierung.
- Sie vergleichen Batteriespeicher, Pumpspeicher, Wärmespeicher, Wasserstoffspeicher, flexible Lasten und Elektrofahrzeuge nach Dauer, Wirkungsgrad, Reaktionszeit und Einsatzfall.
- Sie analysieren Sektorenkopplung als Übersetzung zwischen Strom, Wärme, Verkehr und Industrie, einschließlich zusätzlicher Stromnachfrage und Flexibilitätswert.
- Sie bewerten Geschäftsmodelle wie Arbitrage, Eigenverbrauchsoptimierung, Netzdienstleistung, Redispatch-Vermeidung und Flexibilitätsvermarktung modellkritisch.