# HJO3.0 EnT · Energietechnik als Anlagenverstehen

**Projekt:** HJO3.0.Dev  
**Stand:** 26.05.2026  
**Version:** V1.1 EnT-Anlagenverstehen  
**Autorischer Rahmen:** Prof. Dr. H. Joachim Opitz · AI.Consulting4HJO  
**Zielgruppe:** Studierende im Wirtschaftsingenieurwesen auf Bachelor-Niveau und erfahrene Praktikerinnen und Praktiker mit energietechnischem Weiterbildungsbedarf

## 1. Grundentscheidung

Die EnT-Reihe wird fachlich neu akzentuiert. Sie soll nicht nur Energieträger, Wirkungsgrade, Kennzahlen und Systemrollen darstellen, sondern energietechnische Anlagen so erklären, dass Studierende deren technischen Aufbau, Funktionsweise, Betriebsverhalten und Systemeinbindung nachvollziehen können.

Die didaktische Leitfrage lautet künftig:

**Wie ist die Anlage aufgebaut, wie fließt Energie durch sie hindurch, welche Baugruppe erfüllt welche Funktion, wie wird die Anlage betrieben, gemessen, geregelt, geschützt und in das Energiesystem eingebunden?**

Damit wird EnT von einer reinen Technologieübersicht zu einer strukturierten technischen Anlagenlehre für Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure.

## 2. Verbindlicher Anlagenverständnis-Kern für jede EnT-Theorie-App

Jede EnT-Theorie-App erhält künftig einen expliziten Anlagenverständnis-Kern. Dieser Kern ist nicht optional. Er steht vor der reinen Kennzahlen-, Markt- oder Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

### 2.1 Mindeststruktur

Jede EnT-Theorie-App enthält mindestens folgende Verständnisschritte:

1. Anlagenbild oder technisches Schema  
   Die Studierenden sehen zunächst die Anlage als Ganzes. Das kann ein KI-generiertes technisches Übersichtsbild, ein vereinfachtes Schema, eine technische Skizze oder eine Kombination daraus sein.

2. Hauptbaugruppen  
   Die Anlage wird in funktionale Baugruppen zerlegt. Jede Baugruppe erhält eine präzise Aufgabe.

3. Energie-, Stoff- und Signalfluss  
   Die Studierenden verfolgen, wie Primärenergie, Wärme, mechanische Arbeit, elektrische Energie, Stoffströme, Steuerinformationen und Messsignale durch die Anlage laufen.

4. Schritt-für-Schritt-Funktionskette  
   Die App erklärt in klarer Reihenfolge, was im Betrieb zuerst passiert, was danach folgt und wodurch die nächste Wirkung ausgelöst wird.

5. Betriebszustände  
   Mindestens Normalbetrieb, Teillast, Start, Abschaltung, Störung und netzseitiger Eingriff werden eingeordnet, soweit dies für die jeweilige Anlage sinnvoll ist.

6. Regelung, Schutz und Diagnose  
   Die Anlage wird nicht als passives Objekt gezeigt, sondern als geregeltes technisches System mit Sensoren, Aktoren, Schutzfunktionen und typischen Fehlerbildern.

7. Messgrößen und Kennzahlen  
   Die wichtigsten Größen werden nicht isoliert eingeführt, sondern an der Anlage verortet: Wo misst man sie, wozu braucht man sie, was sagt eine Veränderung aus?

8. Modellgrenzen  
   Jede Visualisierung erklärt, was sie korrekt zeigt und was sie vereinfacht.

9. System- und Managementbezug  
   Erst nach dem technischen Verständnis folgt die Einordnung in Wirtschaftlichkeit, Netzbetrieb, Betriebskosten, Risiken, Genehmigung und strategische Entscheidung.

## 3. Definition of Done für EnT-Theorie-Apps

Eine EnT-Theorie-App ist fachlich erst dann fertig, wenn ein Student nach der Bearbeitung folgende Leistungen erbringen kann:

- die Anlage als Ganzes skizzieren oder anhand eines Schemas erklären,
- die Hauptbaugruppen benennen und deren Funktion erläutern,
- den Energiefluss vom Eingang bis zur nutzbaren elektrischen, thermischen oder chemischen Energie beschreiben,
- mindestens zwei typische Betriebszustände erklären,
- zentrale Messgrößen an der richtigen Stelle der Anlage verorten,
- typische Störungen oder technische Grenzen erkennen,
- die wichtigsten Wirkungsgrad- und Verluststellen benennen,
- die netz- oder systemtechnische Einbindung erklären,
- aus der Technik heraus eine einfache wirtschaftliche oder managementbezogene Bewertung ableiten.

Wenn diese Leistungen nicht erreichbar sind, ist die App nur eine Orientierungsapp, aber noch keine ausgereifte EnT-Theorie-App.

## 4. Überarbeitete EnT-Struktur mit Anlagenverständnis

## EnT01 · Energiesysteme, Energieträger und Energiewandlung

### Anlagenverständnis-Ziel

EnT01 führt die Anlagenbrille ein. Studierende sollen verstehen, dass jede energietechnische Anlage als Umwandlungskette mit Eingangsenergie, Wandlungsstufen, Verlusten, Nutzenergie, Steuerung und Systemgrenze betrachtet werden kann.

### Zentrale Systeme

- allgemeine Energieumwandlungskette
- technische Anlage als Blackbox und anschließend als Baugruppenstruktur
- Primärenergie, Endenergie und Nutzenergie als Systemebenen
- elektrische, thermische, mechanische und chemische Energiewandlung

### Verbindliche Funktionskette

Energieträger oder natürliche Energiequelle → technische Aufnahme → Wandlung → Transport innerhalb der Anlage → Verluste → Nutzenergie → Netzeinspeisung oder direkte Nutzung.

### Hauptbaugruppen als Denkmodell

- Energiequelle oder Energieträger
- Aufnahmesystem, zum Beispiel Rotor, Kollektor, Brennkammer, Wärmetauscher
- Wandlungssystem, zum Beispiel Turbine, Generator, Wechselrichter, Kompressor
- Übergabesystem, zum Beispiel Transformator, Wärmetauscher, Speicheranschluss
- Mess-, Steuer- und Regelungssystem
- Schutz- und Sicherheitseinrichtungen

### Visualisierungen

- allgemeines Sankey-Bild einer Energieumwandlung
- generische Anlagenstruktur mit Baugruppen
- Wirkungsgradkette mit Verluststellen
- Vergleich Energie, Leistung, Arbeit und Nutzungsdauer

### Modellgrenze

EnT01 erklärt die Logik von Anlagen, ersetzt aber noch keine Detailanlage. Die App bildet die Denksprache für die folgenden Units.

## EnT02 · Konventionelle Kraftwerke und thermische Prozesse

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen ein thermisches Kraftwerk nicht nur als Wirkungsgrad- oder Emissionsobjekt verstehen, sondern als reale Anlage, in der chemische oder nukleare Energie über Wärme, Dampf oder Heißgas in mechanische Arbeit und anschließend in elektrische Energie umgewandelt wird.

### Zentrale Anlagen

- Dampfkraftwerk
- Gasturbinenkraftwerk
- Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk
- Kraft-Wärme-Kopplungsanlage
- Biomasse- oder Müllheizkraftwerk als Sonderfall mit thermischem Prozess

### Verbindliche Funktionskette Dampfkraftwerk

Brennstoffzufuhr → Verbrennung oder Wärmequelle → Kessel bzw. Dampferzeuger → Überhitzung → Dampfturbine → Generator → Transformator → Netz. Parallel dazu: Kondensator → Speisewasserpumpe → Vorwärmung → Kessel. Zusätzlich: Rauchgasreinigung, Kühlung, Leittechnik und Schutzsysteme.

### Hauptbaugruppen

- Brennstofflagerung und Brennstoffzuführung
- Feuerung bzw. Wärmequelle
- Kessel, Verdampfer, Überhitzer und gegebenenfalls Zwischenüberhitzer
- Dampfturbine mit Hoch-, Mittel- und Niederdruckteil
- Generator und Erregersystem
- Kondensator und Kühlsystem
- Speisewasserpumpe und Vorwärmer
- Rauchgasreinigung und Schornstein
- Transformator und Schaltanlage
- Leittechnik, Schutztechnik und Regelventile

### Betriebszustände

- Kaltstart, Warmstart und Heißstart
- Normalbetrieb und Teillast
- Laständerung und Regelreserve
- Kondensationsbetrieb und KWK-Betrieb
- Notabschaltung, Turbinenschutz und Kesselschutz

### Visualisierungen

- vollständiges Kraftwerksschema mit Wasser-Dampf-Kreis, Rauchgasweg, Kühlweg und Stromweg
- Rankine-Prozess als vereinfachtes Kreisprozessbild
- GuD-Anlage mit Gasturbine, Abhitzedampferzeuger und Dampfturbine
- KWK-Schema mit Strom- und Wärmenutzung
- Verluststellen vom Brennstoff bis zur Netzeinspeisung

### Mess- und Kenngrößen

- elektrische Leistung, Brennstoffleistung, thermische Auskopplung
- Frischdampfdruck, Frischdampftemperatur, Massenstrom
- Kondensatordruck, Kühlwassertemperatur
- Wirkungsgrad, Nutzungsgrad, Stromkennzahl bei KWK
- Emissionswerte, Abgastemperatur, Sauerstoffgehalt im Abgas

### Modellgrenze

Die App arbeitet mit vereinfachten Kreisprozessen. Reale Kraftwerke besitzen komplexe Teillastkennfelder, Werkstoffgrenzen, Genehmigungsauflagen, Verfügbarkeitsrestriktionen und dynamische Regelgrenzen.

## EnT03 · Photovoltaik

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen verstehen, wie aus Licht in einer Solarzelle Gleichstrom entsteht, wie viele Zellen und Module zu elektrischen Generatorfeldern verschaltet werden und wie daraus über Wechselrichter netzfähiger Wechselstrom wird.

### Zentrale Anlagenklassen

- Dachanlage auf Wohngebäuden
- Gewerbe- und Industrieanlage mit Eigenverbrauch
- Freiflächenanlage im MW-Bereich
- Solarpark mit Umspannwerk
- sehr große PV-Cluster im Multi-GW-Bereich
- Hybridanlagen mit Speicher oder Windenergie

### Verbindliche Funktionskette

Sonnenstrahlung → PV-Zelle → Modul → String → Generatoranschlusskasten oder Stringwechselrichter → DC-Schutz → Wechselrichter mit MPP-Tracking → AC-Verteilung → Transformator → Netzanschlusspunkt → Netzbetrieb oder Eigenverbrauch.

### Hauptbaugruppen

- PV-Zelle mit pn-Übergang
- Modul mit Zellverschaltung, Glas, Folien, Rahmen und Anschlussdose
- String und Generatorfeld
- Unterkonstruktion und Ausrichtung
- DC-Leitungen, Steckverbinder, Sicherungen, Trennstellen und Überspannungsschutz
- Wechselrichter, MPP-Tracker und Netzüberwachung
- AC-Verteilung, Transformator und Netzanschluss
- Monitoring, Datenlogger, Wetterstation und Anlagenkommunikation
- optional Batteriespeicher, Ladesäule oder Energiemanagementsystem

### Betriebszustände

- Morgenanlauf und Wechselrichterstart
- MPP-Betrieb bei wechselnder Einstrahlung
- Teillast, Verschattung und Temperaturanstieg
- Wirkleistungsbegrenzung und Blindleistungsbereitstellung
- Netzabschaltung, Fehlerstrom, Isolationsfehler und Überspannung
- Degradation über die Betriebsjahre

### Visualisierungen

- Schnittbild PV-Zelle und pn-Übergang als vereinfachtes Halbleitermodell
- Zell-Modul-String-Generatorfeld-Struktur
- Schema Dachanlage mit Eigenverbrauch
- Schema Gewerbeanlage mit Lastprofilbezug
- Schema Solarpark mit Trafostation und Netzanschlusspunkt
- Größenvergleich kW, MW und GW
- DC/AC-Verhältnis und Clipping als parametrierbare Simulation
- Tagesgang PV-Erzeugung gegen Lastprofil

### Mess- und Kenngrößen

- Einstrahlung, Modultemperatur und Umgebungstemperatur
- Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, MPP-Spannung und MPP-Strom
- DC-Leistung, AC-Leistung und Wechselrichterwirkungsgrad
- spezifischer Jahresertrag in kWh/kWp
- Performance Ratio
- Eigenverbrauchsanteil, Autarkiegrad und Einspeisung

### Modellgrenze

Die App zeigt die PV-Anlage elektrisch vereinfacht. Reale Anlagen benötigen detaillierte Stringplanung, Verschattungsanalyse, Schutzkonzepte, Netzanschlussprüfung, Brandschutzbetrachtung und Ertragsgutachten.

## EnT04 · Windenergie

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen eine Windenergieanlage als aerodynamisch-mechatronisch-elektrisches System verstehen: Wind strömt durch die Rotorfläche, der Rotor erzeugt Drehmoment, Antriebsstrang und Generator wandeln mechanische Leistung in elektrische Leistung, Umrichter und Transformator koppeln die Anlage an das Netz.

### Zentrale Anlagenklassen

- Onshore-Windenergieanlage
- Offshore-Windenergieanlage
- Windpark mit Parkregelung
- Offshore-Windpark mit Umspannplattform und Exportkabel
- Direktantrieb und Getriebekonzept

### Verbindliche Funktionskette

Windfeld → Rotorblattprofil → Rotor und Nabe → Hauptlager → Getriebe oder Direktantrieb → Generator → Umrichter → Transformator → Parknetz → Umspannwerk oder Offshore-Plattform → Übertragungsnetz. Parallel dazu: Pitch-Regelung, Yaw-System, Bremse, Sensorik, SCADA und Schutzsysteme.

### Hauptbaugruppen

- Rotorblätter mit aerodynamischem Profil
- Nabe und Pitch-System
- Hauptwelle, Hauptlager und Maschinenträger
- Getriebe oder direktgetriebener Generator
- Generator und Leistungselektronik
- Transformator und Mittelspannungsschaltanlage
- Gondel, Turm und Fundament
- Yaw-System zur Windnachführung
- mechanische und aerodynamische Bremssysteme
- Sensorik für Wind, Schwingung, Temperatur und Netzgrößen
- SCADA, Parkregler und Fernüberwachung

### Betriebszustände

- Stillstand unter Cut-in
- Anlauf und Synchronisation
- Teillastbetrieb mit maximaler Energieaufnahme
- Nennleistungsbetrieb mit Pitch-Begrenzung
- Abschaltung bei Sturm oberhalb Cut-out
- Netzstützung, Blindleistungsbereitstellung und Einspeisemanagement
- Wartung, Störung und Notstopp

### Visualisierungen

- Schnittbild einer Windenergieanlage mit Gondel, Rotor, Turm und Fundament
- Onshore-Offshore-Größenvergleich
- Leistungskennlinie mit Cut-in, Nennwind und Cut-out
- Windprofil über Höhe und Rauigkeit
- Pitch-Winkel und Leistungsbegrenzung
- Offshore-Netzanbindung mit Parknetz, Umspannplattform und Exportkabel
- Fundamenttypen: Monopile, Jacket, Schwerkraftfundament, Floating-Konzept

### Mess- und Kenngrößen

- Windgeschwindigkeit, Turbulenzintensität und Luftdichte
- Rotordurchmesser, Rotorfläche und Nabenhöhe
- Leistungsbeiwert, elektrische Leistung und Jahresenergieertrag
- Volllaststunden, Verfügbarkeit und Kapazitätsfaktor
- Schwingungen, Lagertemperaturen und Getriebezustand
- Netzspannung, Frequenz, Blindleistung und Einspeisebegrenzung

### Modellgrenze

Die App erklärt Windenergie technisch vereinfacht. Reale Auslegung verlangt Windgutachten, Lastsimulation, Standortgenehmigung, Netzanschlussprüfung, Schall- und Schattenwurfbetrachtung sowie detaillierte Betriebsführungsdaten.

## EnT05 · Wasserkraft, Biomasse und Geothermie

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen drei ergänzende erneuerbare Technologien nicht nur als erneuerbare Energiequellen einordnen, sondern ihre sehr unterschiedlichen Anlagenlogiken verstehen: Wasserkraft als hydraulisch-mechanisches System, Biomasse als stofflich-thermisches System, Geothermie als geologisch-thermisches System.

### Zentrale Anlagen

- Laufwasserkraftwerk
- Speicherkraftwerk und Pumpspeicherkraftwerk als Übergang zu EnT06
- Biomasse-Heizkraftwerk und Biogasanlage
- tiefe Geothermie mit Förder- und Reinjektionsbohrung
- oberflächennahe Geothermie als Wärmequelle für Wärmepumpen

### Verbindliche Funktionsketten

Wasserkraft: Wasserzufluss → Rechen → Turbine → Generator → Transformator → Netz; parallel: Wehr, Fischschutz, Wasserführung und Regelung.

Biomasse: Brennstoff oder Substrat → Aufbereitung → Verbrennung oder Vergärung → Wärme bzw. Biogas → Motor, Turbine oder Kessel → Generator oder Wärmenutzung → Abgas- und Reststoffbehandlung.

Geothermie: geothermisches Reservoir → Förderbohrung → Wärmetauscher oder Kraftwerksprozess → Wärme- oder Stromnutzung → Reinjektionsbohrung.

### Hauptbaugruppen

- Turbinenarten bei Wasserkraft: Kaplan, Francis, Pelton als Grundzuordnung
- Generator, Leitapparat, Wehr, Rechen, Fischaufstieg
- Brennstofflager, Fermenter, Gasspeicher, BHKW, Kessel, Abgasreinigung
- Förderpumpe, Wärmetauscher, Thermalwasserkreis, Reinjektionssystem
- Mess-, Steuer- und Schutztechnik

### Betriebszustände

- Wasserdargebot und Teillast
- Hochwasser, Niedrigwasser und ökologische Mindestwasserführung
- Brennstoffqualität, Feuchte, Substratmix und Gasertrag
- Fermenterbetrieb und biologische Stabilität
- Thermalwasserförderung, Temperaturabfall, Pumpenleistung und Reinjektion

### Visualisierungen

- Schnittbild Laufwasserkraftwerk
- Speicherkraftwerk mit Fallhöhe und Druckleitung
- Biomasse-Heizkraftwerk mit Stoff- und Rauchgasweg
- Biogasanlage mit Fermenter, Gasspeicher und BHKW
- geothermisches Dublettensystem mit Förder- und Reinjektionsbohrung

### Mess- und Kenngrößen

- Fallhöhe, Durchfluss, Turbinenleistung
- Brennstoffheizwert, Feuchtegehalt, Gasertrag
- elektrische und thermische Leistung
- Thermalwassertemperatur, Volumenstrom, Pumpstrombedarf
- Verfügbarkeit, Grundlastfähigkeit und ökologische Restriktionen

### Modellgrenze

Die App vergleicht drei Technologien auf gemeinsamer Anlagenlogik. Die geologische, ökologische und genehmigungsrechtliche Detailprüfung bleibt projektspezifisch.

## EnT06 · Speichertechnik

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen Speicher nicht als „Batterie“ im allgemeinen Sinn verstehen, sondern als technische Anlagen mit Ladepfad, Speicherpfad, Entladepfad, Verlusten, Leistungsgrenzen, Energiekapazität, Sicherheitsfunktionen und Betriebsstrategie.

### Zentrale Speicheranlagen

- Batteriespeicher
- Pumpspeicherkraftwerk
- Druckluftspeicher
- thermischer Speicher
- Kavernenspeicher für Erdgas, Wasserstoff oder synthetische Gase
- saisonale Speicher als Langzeitoption

### Verbindliche Funktionsketten

Batterie: Netz oder Erzeuger → Wechselrichter → DC-Zwischenkreis → Batteriemodule → Batteriemanagement → Rückwandlung → Netz oder Verbraucher.

Pumpspeicher: Stromüberschuss → Pumpe → Oberbecken → Turbine → Generator → Netz.

Kavernenspeicher: Gasaufbereitung → Kompression → Kaverne → Entnahme → Druckregelung → Nutzung in Industrie, Netz oder Rückverstromung.

### Hauptbaugruppen

- Batteriecontainer, Zellmodule, BMS, HVAC, Brandschutz, Wechselrichter
- Ober- und Unterbecken, Druckstollen, Pumpe, Turbine, Generator
- Kompressor, Gaskühlung, Kaverne, Sonde, Armaturen, Druckregelung
- Wärmespeicherbehälter, Dämmung, Lade- und Entladewärmetauscher
- EMS, Schutztechnik und Betriebsführung

### Betriebszustände

- Laden, Speichern, Entladen und Stand-by
- Leistungsbegrenzung und Energiebegrenzung
- Alterung, Temperaturmanagement und Sicherheitsabschaltung
- saisonale Einlagerung und Entnahme
- Netzstützung, Peak-Shaving und Reservebereitstellung

### Visualisierungen

- Speicher als Block mit Lade-, Speicher- und Entladepfad
- Batteriecontainer mit PCS, BMS und Brandschutz
- Pumpspeicher-Schema mit Höhenunterschied
- Kavernenspeicher mit Kompressor, Sonde und geologischem Hohlraum
- Ragone-artige Einordnung nach Leistung und Energie
- Speicherdauer von Sekunden bis Saison

### Mess- und Kenngrößen

- Leistung, Energieinhalt, C-Rate, Ladezustand
- Round-trip Efficiency, Selbstentladung, Verfügbarkeit
- Druck, Temperatur und Gasvolumen bei Kavernen
- Speicherverluste, Zyklenzahl, Lebensdauer
- Reaktionszeit und Systemdienstleistung

### Modellgrenze

Die App ordnet Speicher technisch. Reale Speicherprojekte benötigen Netzanschlussstudien, Sicherheitskonzepte, Brandschutz, Genehmigung, Geologie, Marktmodell und Betriebsoptimierung.

## EnT07 · Wasserstoff und Power-to-X

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen Power-to-X als technische Prozesskette verstehen, nicht nur als energiewirtschaftliches Schlagwort. Entscheidend ist die Kette aus Strombereitstellung, Elektrolyse, Wasseraufbereitung, Gasbehandlung, Verdichtung, Speicherung, Transport, Nutzung und möglicher Rückverstromung.

### Zentrale Anlagen

- alkalischer Elektrolyseur
- PEM-Elektrolyseur
- Hochtemperatur-Elektrolyseur als Konzept
- Wasserstoffverdichtung und -speicherung
- Salzkaverne für Wasserstoff
- Methanisierung oder Ammoniaksynthese als PtX-Beispiel
- Rückverstromung über Brennstoffzelle, Gasturbine oder Motor

### Verbindliche Funktionskette

Erneuerbarer Strom → Leistungselektronik → Wasseraufbereitung → Elektrolyseur → Wasserstofftrocknung und Reinigung → Kompression → Speicher oder Pipeline → industrielle Nutzung, Mobilität, Synthese oder Rückverstromung.

### Hauptbaugruppen

- Gleichrichter und elektrische Versorgung
- Wasseraufbereitung und Kühlung
- Elektrolyse-Stack
- Gas-Wasser-Abscheidung, Trocknung und Reinigung
- Kompressor und Druckstufen
- Speicherbehälter, Pipeline oder Salzkaverne
- Sicherheitssysteme für H₂-Detektion, Lüftung und Explosionsschutz
- Brennstoffzelle, Turbine oder Synthesereaktor als Nutzungspfad

### Betriebszustände

- Anfahren, Lastwechsel und Teillast
- Betrieb mit fluktuierendem Strom
- Verdichtung und Zwischenspeicherung
- saisonale Einspeicherung in Kavernen
- Entnahme für Industrie oder Rückverstromung
- Sicherheitsabschaltung bei Leckage oder Grenzwertverletzung

### Visualisierungen

- Power-to-Hydrogen-Prozesskette
- Elektrolyseur-Schnittbild mit Stack und Balance of Plant
- Salzkaverne als saisonaler H₂-Speicher
- PtX-Verzweigung: Wasserstoff, Methan, Ammoniak, synthetische Kraftstoffe
- Rückverstromungskette mit Wirkungsgradverlusten

### Mess- und Kenngrößen

- Elektrolyseleistung, Wasserstoffproduktion, spezifischer Strombedarf
- Stackspannung, Stromdichte, Wirkungsgrad
- Reinheit, Druck, Temperatur und Durchfluss
- Speicherfüllstand, Kaverndruck, Entnahmerate
- Gesamtwirkungsgrad der Kette

### Modellgrenze

Die App erklärt die technische Kette. Detaillierte Elektrochemie, Materialdegradation, Explosionsschutzplanung, Wasserrecht, Pipeline-Normen und Marktdesign werden nur in ihren Grundwirkungen behandelt.

## EnT08 · Netzintegration und Leistungselektronik

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen verstehen, dass moderne Erzeugungs- und Speicheranlagen nicht einfach „Strom ins Netz drücken“. Zwischen Anlage und Netz stehen Umrichter, Schutztechnik, Regelung, Transformatoren, Schaltanlagen und Kommunikationssysteme.

### Zentrale Anlagen

- Wechselrichter einer PV-Anlage
- Vollumrichter einer Windenergieanlage
- Batteriespeicher mit bidirektionalem Wechselrichter
- Netzanschlussstation mit Transformator und Schutztechnik
- Parkregler für Wind- oder PV-Park
- HGÜ-Anbindung als Grundprinzip bei Offshore-Systemen

### Verbindliche Funktionskette

DC- oder variable AC-Quelle → Leistungselektronik → Filter → Transformator → Schaltanlage → Schutzrelais → Netzanschlusspunkt. Parallel dazu: Messung von Spannung, Strom, Frequenz, Leistung, Blindleistung und Kommunikation mit Anlagen- oder Netzregler.

### Hauptbaugruppen

- Gleichrichter, Wechselrichter, DC-Zwischenkreis
- IGBT- oder SiC-Leistungshalbleiter als Grundidee
- Filter, Drosseln und Kondensatoren
- Transformator und Schaltanlage
- Schutzrelais, Leistungsschalter und Erdungssystem
- Messwandler für Strom und Spannung
- Anlagenregler, Parkregler und Netzschnittstelle

### Betriebszustände

- Synchronisation mit dem Netz
- Wirkleistungseinspeisung
- Blindleistungsbereitstellung
- Spannungsstützung und Frequenzreaktion
- Fault Ride Through als Grundprinzip
- Abregelung und Netzschutzabschaltung

### Visualisierungen

- Netzanschlussschema PV/Wind/Speicher
- Umrichter mit DC-Zwischenkreis und AC-Seite
- Zeigerbild für Wirk- und Blindleistung
- Netzstützung bei Spannungseinbruch als Ablaufbild
- Kommunikationskette Anlage, Parkregler, Netzbetreiber

### Mess- und Kenngrößen

- Spannung, Strom, Frequenz, Wirkleistung, Blindleistung, Scheinleistung
- Leistungsfaktor, cos phi, Oberschwingungen
- Kurzschlussleistung am Netzanschlusspunkt
- Rampenrate, Regelgeschwindigkeit und Verfügbarkeit

### Modellgrenze

Die App erklärt Leistungselektronik funktional. Die detaillierte Halbleiterschaltung, EMV-Auslegung, Schutzkoordination und Netzanschlusszertifizierung bleiben vertiefenden Einheiten vorbehalten.

## EnT09 · Wärme- und Kältetechnik

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen Wärme- und Kälteanlagen als Prozessanlagen verstehen. Eine Wärmepumpe oder Kältemaschine wird nicht nur über COP erklärt, sondern über Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil, Kältemittel, Wärmequelle und Wärmesenke.

### Zentrale Anlagen

- Kompressionswärmepumpe
- Kältemaschine
- Großwärmepumpe
- Abwärmenutzung mit Wärmetauscher
- industrielle Prozesswärmeversorgung
- Absorptionskälteanlage als Konzept

### Verbindliche Funktionskette Wärmepumpe

Umwelt- oder Abwärmequelle → Verdampfer → Verdichter → Verflüssiger → Heizkreis → Expansionsventil → Verdampfer. Parallel dazu: elektrische Antriebsleistung, Regelung, Frostschutz, Pumpen und Sicherheitseinrichtungen.

### Hauptbaugruppen

- Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil
- Kältemittelkreis
- Wärmequellenkreis und Wärmesenkenkreis
- Pumpen, Ventile und Speicher
- Temperatur-, Druck- und Durchflusssensoren
- Regelung, Abtauung, Hochdruck- und Niederdruckschutz

### Betriebszustände

- Heizen, Kühlen und Warmwasserbereitung
- Teillast und Taktbetrieb
- Abtauung bei Luftwärmepumpen
- Hochtemperaturbetrieb und Effizienzverlust
- Störung durch Druckgrenzen, Vereisung oder falschen Volumenstrom

### Visualisierungen

- Kältekreis als Anlagenbild
- Druck-Enthalpie-Diagramm in didaktisch vereinfachter Form
- Wärmequelle und Wärmesenke mit Temperaturniveaus
- COP-Abhängigkeit von Temperaturhub
- Abwärmenutzung in einem Industrieprozess

### Mess- und Kenngrößen

- Quelltemperatur, Senkentemperatur, Vorlauf- und Rücklauftemperatur
- Verdampfungstemperatur, Kondensationstemperatur, Druck
- elektrische Leistung, Wärmeleistung, COP und Jahresarbeitszahl
- Volumenstrom, Spreizung und Betriebsstunden

### Modellgrenze

Die App bildet den Kreisprozess vereinfacht ab. Kältemittelauswahl, Sicherheitsklasse, Teillastkennfelder, Schallemissionen und detaillierte Hydraulik werden nur soweit behandelt, wie sie für Systemverständnis erforderlich sind.

## EnT10 · Wärmenetze und saisonale Wärmespeicher

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen Wärmenetze als technische Infrastruktur verstehen: Wärmeerzeuger, Netzpumpen, Vorlauf, Rücklauf, Übergabestationen, Verbraucher, Speicher und Regelung bilden zusammen ein hydraulisch-thermisches System.

### Zentrale Anlagen

- klassisches Fernwärmenetz
- Niedertemperatur-Wärmenetz
- Großwärmepumpe im Wärmenetz
- Erdbeckenspeicher
- Aquiferspeicher
- Bohrloch- bzw. Erdsondenspeicher
- Tankspeicher
- geeignete Gruben- oder Kavernenspeicher

### Verbindliche Funktionskette

Wärmeerzeugung → Einspeisepunkt → Vorlaufnetz → Hausübergabestation oder Prozesswärmeabnehmer → Rücklaufnetz → Wärmeerzeuger oder Speicher. Speicherpfad: Wärmeüberschuss → Speicherladung → zeitverzögerte Entladung → Netzversorgung.

### Hauptbaugruppen

- Wärmeerzeuger: KWK, Kessel, Großwärmepumpe, Solarthermie, Abwärme
- Netzpumpen und Druckhaltung
- Vorlauf- und Rücklaufleitungen
- Hausübergabestation mit Wärmetauscher
- Wärmespeicher mit Lade- und Entladesystem
- Messung, Regelung, Leittechnik

### Betriebszustände

- Winterlast, Sommerlast und Übergangszeit
- Spitzenlast und Grundlast
- Speicherladung bei Wärmeüberschuss
- Speicherentladung bei hoher Nachfrage
- Netztemperaturabsenkung und Rücklauftemperaturoptimierung
- Störung durch Leckage, Pumpenausfall oder unzureichende Spreizung

### Visualisierungen

- Wärmenetz als Vorlauf-Rücklauf-System
- Hausübergabestation als Schnittbild
- Temperaturniveaus in klassischen und Niedertemperaturnetzen
- saisonaler Speicher mit Lade- und Entladephase
- Wärmeerzeugerportfolio mit Speicher als Dispatch-Bild

### Mess- und Kenngrößen

- Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Spreizung
- Volumenstrom, Druckverlust und Pumpstrom
- Wärmeleistung und Wärmemenge
- Speicherinhalt, Ladeleistung, Entladeleistung und Wärmeverluste
- Anschlussleistung und Gleichzeitigkeitsfaktor

### Modellgrenze

Die App erklärt hydraulisch-thermische Grundlogik. Reale Netze benötigen Rohrnetzberechnung, Geologie, Eigentums- und Genehmigungsfragen, langfristige Nachfrageprognosen und Transformationsplanung.

## EnT11 · Sektorkopplung und industrielle Energieversorgung

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen industrielle Energieversorgung als gekoppeltes Anlagensystem verstehen. Strom, Wärme, Kälte, Dampf, Druckluft, Gas, Wasserstoff, Speicher und Prozesslasten greifen ineinander. Eine Veränderung in einem Teilnetz beeinflusst andere Teilnetze.

### Zentrale Anlagen

- Industriepark-Energiezentrale
- BHKW oder GuD mit Prozesswärmeauskopplung
- Dampfkessel, Wärmepumpe, Elektrodenkessel
- PV-Anlage und Batteriespeicher
- Wasserstofferzeugung und Wasserstoffnutzung
- Druckluftanlage
- Kälteanlage
- Energiemanagementsystem

### Verbindliche Funktionskette

Energiebezug und Eigenerzeugung → Umwandlung in Strom, Wärme, Kälte, Dampf oder Druckluft → Verteilung über Teilnetze → Prozessversorgung → Rückgewinnung, Speicherung oder Abwärmenutzung → Betriebsoptimierung über Messung und Regelung.

### Hauptbaugruppen

- elektrische Mittelspannungs- und Niederspannungsversorgung
- Wärme- und Dampfverteilung
- Kälteversorgung
- Druckluftstation
- Gassystem und optional H₂-System
- Speicher für Strom, Wärme oder Gas
- Messsysteme, Leittechnik und Energiemanagement

### Betriebszustände

- Normalproduktion
- Spitzenlast
- Teillast und Wochenende
- Eigenversorgungsoptimierung
- Lastmanagement und Flexibilitätsbetrieb
- Ausfall eines Erzeugers oder Netzbezugs
- Dekarbonisierungsumbau mit neuen Anlagen

### Visualisierungen

- Industriepark als Energiehub
- Strom-Wärme-Gas-Druckluft-Kälte-Schema
- Lastprofil und Anlagenfahrplan
- Abwärmepfad von Prozess zu Wärmepumpe oder Wärmenetz
- Flexibilitätsentscheidung als Szenariobild

### Mess- und Kenngrößen

- Lastgänge, Spitzenlast, Grundlast und Betriebsstunden
- Strom-, Gas-, Wärme-, Dampf-, Kälte- und Druckluftmengen
- Wirkungsgrade, Nutzungsgrade, CO₂-Intensität
- Eigenverbrauch, Autarkie, Flexibilitätspotenzial
- Versorgungssicherheit und Redundanz

### Modellgrenze

Die App zeigt industrielle Energieversorgung als Systemmodell. Reale Anlagen benötigen Prozessdaten, Sicherheitskonzepte, Produktionsrestriktionen, Vertragsdaten, Netzanschlussbedingungen und Investitionsplanung.

## EnT12 · Integrierte Energiesysteme und Versorgungssicherheit

### Anlagenverständnis-Ziel

Studierende sollen Energiesysteme als System von Anlagen verstehen. Versorgungssicherheit entsteht nicht aus einer Einzeltechnologie, sondern aus dem Zusammenspiel von Erzeugern, Netzen, Speichern, Lasten, Regelung, Reserven und Betriebsführung.

### Zentrale Systeme

- regionales Strom-Wärme-Gas-System
- Stadtwerk- oder Industrieparkportfolio
- erneuerbares Erzeugungsportfolio mit Speichern
- saisonales Speicher- und Rückverstromungssystem
- Dunkelflaute-Szenario
- Resilienzfall mit Ausfall einzelner Anlagen

### Verbindliche Funktionskette

Erzeugungsportfolio → Netz- und Transportinfrastruktur → Kurzzeitspeicher → Langzeit- und saisonale Speicher → flexible Lasten → Reserve- und Backup-Anlagen → Betriebsführung und Simulation → Versorgungsentscheidung.

### Hauptbaugruppen auf Systemebene

- fluktuierende Erzeuger: PV und Wind
- regelbare Erzeuger: KWK, Gasturbine, Biomasse, Wasserkraft
- Speicher: Batterie, Pumpspeicher, Wärmespeicher, H₂-Kaverne
- Netze: Strom, Wärme, Gas, H₂
- Verbraucher: Haushalte, Gewerbe, Industrie, Mobilität
- Steuerung: Leitsysteme, Prognosen, Dispatch, Schutz und Notfallkonzepte

### Betriebszustände

- Normalbetrieb mit erneuerbarer Erzeugung
- hohe Erzeugung und Speicherladung
- geringe Erzeugung und Speicherentladung
- Dunkelflaute
- Netzengpass
- Kraftwerks- oder Leitungsausfall
- Wiederaufbau und Resilienzfall

### Visualisierungen

- integriertes Energiesystem als Multi-Energie-Netz
- Wochen- und Saisonbilanz mit Speicherfüllständen
- Dunkelflaute-Szenario mit Lastdeckung
- Versorgungssicherheitsmatrix
- Abhängigkeiten zwischen Strom, Wärme, Gas und Wasserstoff

### Mess- und Kenngrößen

- Lastdeckung, Residuallast, Erzeugungsprofil
- Speicherfüllstand, Autonomiezeit und Reserveleistung
- Verfügbarkeit, Redundanz, Ausfallwahrscheinlichkeit als Grundbegriff
- CO₂-Emissionen, Kosten, LCOE/LCOH als Systemgrößen
- Netzengpass, Abregelung, Reservebedarf

### Modellgrenze

Die App führt systemisch zusammen. Sie ersetzt keine Netzsimulation, keine Kraftwerkseinsatzoptimierung und keine probabilistische Versorgungssicherheitsstudie, bildet aber die Denkstruktur für solche Analysen.

## 5. Neue Standard-Tabstruktur für EnT-Theorie-Apps

Die Tabzahl darf fachlich variieren. Für EnT-Anlagenapps gilt jedoch folgende Standardlogik:

1. Start: reale Entscheidungssituation  
2. Anlagenbild: Aufbau und Hauptbaugruppen  
3. Energiefluss: technische Funktionskette  
4. Baugruppen: Aufgabe, Eingangsgröße, Ausgangsgröße  
5. Betrieb: Start, Teillast, Normalbetrieb, Störung  
6. Regelung und Schutz: Sensoren, Aktoren, Grenzen  
7. Kennwerte: Messgrößen, Wirkungsgrade, Leistung, Ertrag  
8. Simulation: parametrierbarer Anlagen- oder Betriebsfall  
9. Wirtschaft und Systemrolle: Capex/Opex, Netz, Markt, Management  
10. Modellgrenzen und Transfer

Bei sehr komplexen Units sind zusätzliche Tabs zulässig, etwa für Onshore/Offshore, PV-Anlagenklassen, Kavernenspeicher oder Wärmenetzspeicher.

## 6. Konsequenz für bereits erstellte EnT01 bis EnT04

Die vorhandenen Theorie-Apps EnT01 bis EnT04 müssen auf dieser Grundlage überarbeitet werden.

### EnT01

Ergänzung der Anlagenbrille: generische Energiesystemanlage, Systemgrenze, Baugruppen, Wandlungsstufen, Verluststellen und Messgrößen.

### EnT02

Starke Ergänzung erforderlich: vollständiges thermisches Kraftwerksschema mit Wasser-Dampf-Kreis, Rauchgasweg, Kühlkreislauf, Generator, Transformator, Leittechnik und Schutzsystemen. Ohne diese Ergänzung bleibt die App zu prozess- und kennzahlenorientiert.

### EnT03

Starke Ergänzung erforderlich: PV-Zelle, Modul, String, Generatorfeld, DC-Schutz, Wechselrichter, AC-Seite, Transformator, Netzanschlusspunkt, Anlagenklassen und Betriebsfälle. Ohne diese Ergänzung versteht ein Student die reale PV-Anlage nur unzureichend.

### EnT04

Ergänzung erforderlich: innere Architektur der Windenergieanlage mit Rotorblatt, Pitch, Nabe, Hauptlager, Getriebe oder Direktantrieb, Generator, Umrichter, Transformator, Yaw-System, SCADA, Fundament und Parknetz. Die App ist physikalisch bereits gut angelegt, muss aber stärker als Anlagen-App ausgearbeitet werden.

## 7. Konsequenz für EnT05 bis EnT12

Neue EnT-Apps dürfen nicht mehr als reine Themenübersichten entstehen. Jede neue App beginnt mit einem Anlagenbild, führt danach die technische Funktionskette ein und baut erst anschließend Kennzahlen, Wirtschaftlichkeit und Systemrolle auf.

Damit gilt: **Erst Anlage verstehen, dann Kennzahl bewerten.**

## 8. Qualitätsprüfung vor Ausgabe

Vor Ausgabe jeder EnT-Theorie-App ist zu prüfen:

- Gibt es ein Anlagenbild oder ein technisches Schema?
- Sind alle Hauptbaugruppen benannt?
- Ist der Energiefluss nachvollziehbar?
- Sind Stoffflüsse und elektrische Flüsse getrennt dargestellt, falls beide vorkommen?
- Sind Messgrößen an der Anlage verortet?
- Sind Betriebszustände und Störfälle beschrieben?
- Sind Regelungs- und Schutzfunktionen erkennbar?
- Gibt es mindestens eine parametrierbare Visualisierung oder Simulation?
- Werden Modellgrenzen klar genannt?
- Kann ein Student nach der App erklären, wie die Anlage funktioniert?

## 9. Kurzfassung

Die EnT-Reihe wird zur technischen Anlagenreihe ausgebaut. Die bisherige System-, Markt- und Kennzahlenlogik bleibt erhalten, wird aber nachgeordnet. Künftig führt jede EnT-Theorie-App zuerst in Aufbau, Baugruppen, Energiefluss, Betrieb, Regelung, Messung und Störung der jeweiligen Anlage ein. Erst danach folgen Wirtschaftlichkeit, Systemrolle und Managementbewertung.

Damit wird aus EnT eine belastbare fachliche Brücke zwischen Ingenieurtechnik, Energiewirtschaft und Managemententscheidung.
